Monatsspruch I Aktuelle Andacht I Jahreslosung

Monatsspruch Mai 2026

Die Hoffnung haben wir 
als einen sicheren 
und festen Anker unsrer Seele. 
Hebr 6,19

Die aktuelle Andacht unseres Gemeindebriefes ist gleichzeitig eine Version des Grußwortes zur aktuellen Ausstellung: die Beobachterin. Dort können Sie den vollständigen Text nachlesen.


Daher informieren wir an dieser Stelle über eine Diskussion:

Ist die Kirche der Gegenwart (noch) Teil der Friedensbewegung oder (mittlerweile) moralische Unterstützung für Konfliktlösung durch Gewalt?

Olaf Scholz hat das Wort der „Zeitenwende“ geprägt, und damit einhergehend werden seither moralische und ethische Werte wie „Nie wieder Krieg“ und „Keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete“ über Bord geworfen, aus „verteidigungsfähig“ wird „kriegstüchtig“ und Pazifismus wird im besten Fall zur naiven Träumerei erklärt. Ganz in diesem Sinne haben auch die Kirchen eine „neue Haltung“ eingenommen, die sich in der evangelischen Kirche insbesondere in einer Denkschrift von 2025 zeigt, in der katholischen Kirche durch viele Pressemitteilungen der Bischofskonferenzen. Woher kommt diese „neue Haltung“, die sich weder auf urchristliche Werte (insbesondere das Prinzip der Gewaltlosigkeit) noch auf die Aufrufe von Papst Franziskus und aktuell Papst Leo stützen können?

Die Ulmer Friedensredaktion fragt sich, ob die Kirchen noch ein Teil der Friedensbewegung sind oder ob sie nun zu moralischen Unterstützern einer Politik werden, die Konfliktlösung zunehmend durch Gewalt erreichen will.

Schlagworte dazu sind in der aktuellen Denkschrift der EKD vielfach nachzulesen: „Neuer Realitätssinn“ wird da gefordert oder „Wenn ein Aggressor unsere Sicherheit bedroht, kann Gegengewalt (nicht von Verteidigung ist die Rede) nötig sein“, um den „gerechten Frieden“ herzustellen.

Pfarrer Jean Pierre Barraud von der evangelischen Kirche in Neu-Ulm und Richard Bösch von Pax Christi Stuttgart sind unsere Studiogäste. Mit ihnen wollen wir die aktuellen Fragen der Gegenwart diskutieren, aber auch der Frage nachspüren, wie sich Kirchen in den verschiedenen Epochen der Vergangenheit dargestellt haben. Nicht zuletzt soll es aber im Interesse einer friedfertigen Zukunft darum gehen, danach zu suchen, wo Verbindungen zwischen den Strömungen liegen bzw. wie man offen und fair sowohl im Gespräch als auch im gegenseitigen Verständnis bleiben kann.

Moderation Tanja Holzschuh und Lothar Heusohn

peace on air - Das Ulmer Friedensradio auf Radio free FM - Sendung vom 05.05.2026 / im grauen Kasten bitte Audio: 2026-05-05-Kirche-und-Frieden-ohne-Musik.mp3 anklicken und reinhören

Hier gelangen Sie zur Denkschrift

Friedensdenkschrift
Bildrechte EKD

 

 

 

 

 

 

 

 


Gemeindebrief_evangelisch/ 2025/7