Monatsspruch Januar 2026
Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele
und mit ganzer Kraft.
Dtn 6,5
2026 – Ein Gnadenjahr des Herrn
Das neue Jahr begann für mich mit zwei Paukenschlägen: Gleich am ersten Sonntag des neuen Jahres war mit dem Propheten Jesaja ein „Gnadenjahr des Herrn“ zu verkündigen, sodass die Elenden „gute Botschaft“ hören und „zerbrochene Herzen“ verbunden und alle Trauernden getröstet werden (Jesaja 61).
Dieses Gnadenjahr zu verkündigen, ist all jenen aufgetragen, in denen Gottes Geist wohnt. Damit sind nicht nur ein paar wenige auserwählte Personen gemeint, sondern alle, die mit Christus verbunden sind.
Denn Jesus selbst bezog sich nach seiner Taufe auf dieses Gnadenjahr des lange vor ihm lebenden Jesaja: „Heute“, so sagt es Jesus öffentlich in der Synagoge, werde dieses alte Schriftwort durch ihn und seine Nachfolgerinnen und Nachfolgern erfüllt. Dies ist der erste Paukenschlag, denn das Gnadenjahr soll auch noch hier und heute in unserer Welt - in Neu-Ulm - Gestalt gewinnen.
Der Zweite Paukenschlag ist ein Wort Gottes, welches als Jahreslosung fungieren soll: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).
Wann wird das geschehen? Im Gegensatz zum Gnadenjahr geht es hier um eine
ferne Zeit: Wenn der erste Himmel und die erste Erde vergangen sind und das Chaos auch nicht mehr ist. Wenn also im wahrsten Sinne des Wortes Platz geschaffen worden ist, dann wird Gott alles (!) neu machen. Gott - nicht Sie und nicht ich. Es geht also um eine tiefgreifende und radikale Erneuerung. Es geht nicht nur um einzelne Verbesserungen, sondern es geht wirklich um eine Neuschöpfung von allem.
Liebe Leserinnen und Leser, was verbinden die beiden Worte vom Gnadenjahr im hier und jetzt und der Schöpfung einer neuen Welt?
Das Gnadenjahr liegt ganz in der Tendenz und in der Perspektive der endgültigen Erneuerung der ganzen Welt durch Gott. Die ganze Welt zu erneuern, ist wohl
nicht unsere Aufgabe. Aber miteinander voller Mitgefühl im Geist Jesu Christi gnädig und barmherzig umzugehen, dazu befähigt uns Gott. So werden wir gemeinsam um uns herum die Welt ein Stück weit verändern. Voller Vorfreude auf das, was kommen wird: „Siehe, ich mache alles neu!“
Deshalb bitte ich Sie, liebe Erlöser - und Petrusgemeinde, machen Sie mit: Verkündigen Sie in Ihrer Umgebung ein Gnadenjahr des Herrn.
Pfarrer Johannes Knöller

Gemeindebrief_evangelisch/ 2025/7
