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Monatsspruch Juli 2026

„Es ströme aber das Recht wie Wasser 
und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“
(Amos 5,24)

 

Pfarrerin Ruth Šimeg
Bildrechte Pfarrei

Liebe Leserin, lieber Leser,
die Anschläge des 11. September jähren sich nun zum 25. Mal. Ein Vierteljahrhundert ist bereits vergangen seit diesem einschneidenden Tag. Etwa 3000 Menschen starben bei den Selbstmordattentaten der Al-Quaida-Terroristen, über 6000 weitere wurden verletzt, die Zahl der Trauernden und seelisch Beschädigten bleibt unzählbar. 
Die Bilder dieses Tages haben sich unauslöschlich ins Gedächtnis geprägt. Als schwerster Anschlag der Geschichte erschütterte der 11. September die Welt, raubte Gewissheiten und brachte das Gefühl für Sicherheit ins Wanken – weit über die USA hinaus. 
Bis dahin ungekannte Ängste wurden zum Alltagsbegleiter: Die Angst vor Anschlägen, Terroristen und „Schläfern“, ein unbestimmtes Unwohlsein in großen Menschenmengen oder bei besonderen Veranstaltungen, zunehmende Ressentiments gegen Muslime – all das schürte eine kollektive Angst, die nicht nur das persönliche Leben prägte, sondern auch politische Auswirkungen hatte.

Und doch: So erschütternd und einschneidend dieser Tag und seine Folgen damals waren – der diesjährige 25. Jahrestag wäre mir wohl nicht so deutlich im Bewusstsein, wäre nicht zufällig unser freiGeist-Team darüber gestolpert. Auf der Suche nach einem Ausweichtermin für den eigentlich für Mai geplanten freiGeist-Gottesdienst erwies sich der 11. September als einzig machbare Alternative. 
Doch was jetzt: Ein freiGeist-Gottesdienst an diesem Datum?
Und noch dazu mit dem bereits in Vorbereitung befindlichen Thema?
Dieser Gottesdienst sollte nämlich der Frage nachgehen, wie Ängste unser persönliches Leben, aber auch politische Zusammenhänge prägen, wie wir ganz persönlich mit unseren Ängsten umgehen und wie die biblische Zusage „Fürchte dich nicht!“ dafür fruchtbar werden kann. Denn nicht nur in der Weihnachtsgeschichte, sondern durch die ganze Bibel erklingt immer wieder diese besondere göttliche Zusage, die auf der einen Seite so tröstlich und zugleich in Anbetracht mancher beängstigender Entwicklungen in dieser Welt so provokativ, ja geradezu zynisch klingen mag. Angesichts der Katastrophen dieser Welt – ob vor langer Zeit, in den
letzten Jahren oder in naher Zukunft - angstfrei leben können: Ist das eine wunderbare Verheißung oder gefährliche Ignoranz? Utopische Hoffnung oder zynische Weltflucht? Wie klingt das für Sie?
Wir laden Sie ein, beim nächsten freiGeist-Gottesdienst am 11. September um 19 Uhr in der Petruskirche mit uns darüber nachzudenken.
Herzlich grüßt Sie,
Ihre Pfarrerin Ruth Šimeg


Gemeindebrief_evangelisch/ 2025/7