Der Sonntagsgottesdienst stand ganz unter dem Eindruck der vorangegangenen Kulturnacht.
Christa Mayerhofer in ihrer Rolle als „Katharina aus Kasachstan“ und Peter Gerter mit seinem Bajan (russisches Knopfakkordeon) ließen die Gottesdienstbesucher an einem Ausschnitt aus ihrem Programm teilhaben. Katharina erzählte von den Sorgen um ihre Kinder und dass sie ihre Gedanken und Nöte stets im Gebet mit Gott geteilt habe. Peter Gerter, der selbst aus Kasachstan stammt, aber mit der russischen Kultur groß geworden ist, entlockte seinem Instrument bei einem Medley russischer Volkslieder nicht nur melancholische Töne, sondern riss mit seinem virtuosen Spiel die Zuhörer mit.
Der Lesungstext Jesus Sirach 35,16-22a „Das Gebet und Gottes Gericht“ findet sich bei den Apokryphen, die aber nicht in allen Lutherbibeln abgedruckt sind. Hier heißt es in Vers 16: „Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person“.
Auch die Liedauswahl, die Pfarrer Barraud getroffen hatte, korrespondierte genau mit der Thematik. Dieses Mal waren es nur Lieder aus dem Heft „Kommt, atmet auf“. Manch ungewohnte Melodie konnte die Gemeinde durch die gefühlvolle Führung von Juliane Widder an der Simon-Orgel sicher mitsingen.
Die Zuversicht der Katharina, dass ihre Gebete erhört werden, ist bemerkenswert, denn manch einer hat die Erfahrung gemacht, dass am Ende eines Gebets die Traurigkeit nicht weicht, nichts leichter wird. Das ist auch in vielen Psalmen Thema.
Aber Katharina weiß, es ist gut, mit Gott zu sprechen.
Für Pfarrer Barraud gehört dieses Klagen und sich Gott offenbaren in den Kirchenraum. Dabei ist das Buch Jesus Sirach so etwas wie eine Schule des Gebets. Vielleicht nehmen Sie sich einmal Zeit, darin zu lesen.
Bericht und Bilder: Barbara Bauer
