10.04.-06.07.2025 I Michael Danner „Kreuz im Baumstamm“
- Kunsterlebnis: Ausstellungseröffnung am 10.04.2025
MICHAEL DANNER
- 1951 geboren in Neu-Ulm
- 1972-1977 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
- 1973-1977 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart
- 1996-2010 Gastprofessur Central China Normal University, Wuhan, China
- zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland
- Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen
- lebt und arbeitet in Ulm, auf der Schwäbischen Alb und in Werfen (A)
Ausstellungseröffnung am 10.04.2025
„Echte Kultur erweist sich stets als etwas Widerständiges. Ihr Auftrag bestand schon immer darin, der andrängenden Flut von Unmoral, Sinn- und Werteverfall zu widerstehen. Ihr oblag und obliegt es, in das Dickicht menschlicher Ratlosigkeiten Auswege zu treiben und Positionslichter zu stellen.“
Mit diesem Zitat des 1930 in Annaberg-Buchholz (Sachsen) geborenen und in Langen (Hessen) lebenden Glaskünstlers Johannes Schreiter wurde am 10. April die Vernissage zur „Kreuzinstallation“ von Michael Danner in der Petruskirche eröffnet.
Zuvor hatte ein exzellentes Trio den Abend mit wunderbaren Jazz-Nummern eingeleitet, die zumeist vom singenden Gitarristen Rachid Benachour komponiert worden waren. Mit ihm zusammen musizierten Eva Beutel auf dem Cello und der aktuelle Akkordeon-Weltmeister in der Kategorie Jazz, Salvatore La Ferrera.
Währenddessen staunten die ca. 80 Besucher:innen immer wieder über die neuen Ansichten, die diese Installation der Kirche und dem Chorraum gibt.
Kirchenrat Helmut Braun, Kunsthistoriker M.A. und Leiter des Kunstreferates der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, führte das Gespräch mit Danner. Dabei erläuterte dieser auch sein Werk Kreuz im Baumstamm. Zum ersten Mal machte er hiermit eine Installation direkt für eine Kirche. Der fast 10 Meter lange Stamm einer Wildkirsche hängt hinter dem Altar. Er schwebt über dem Boden und hat oben, so in der Höhe von zwei Dritteln bzw. im goldenen Schnitt, ein sich biegendes Stück Federstahl, gewissermaßen als Querbalken.
Gespräch
Mit diesem sich immer wieder mal leicht bewegenden Kreuz gibt es für den Künstler eine horizontale Verbindung zu Gott und eine vertikale Verbindung zu uns untereinander.
Unter dem Kreuz findet sich wie ein Läufer eine Bahn aus Bitumen, auf der die Handabdrücke von Danner zu sehen sind. Daneben liegt ein Stück Holz eines anderen Baums, eine wippende Waagerechte. Natur und Industrie sind hier als anschaulicher Kontrast zu erleben.
Links und rechts an den Wänden des Chorraums hängen jeweils zwei Bilder mit Tuschezeichnungen von sich im Wind wiegenden Grashalmen.
An den hinteren Wänden finden sich jeweils sechs Rindenstücke der Wildkirsche, zwölf also insgesamt. Zwölf ist auch die Zahl der Apostel. Danner gibt darüber keine Auskunft, ob er das so gedacht hat.
Anregende Gespräche mit dem Künstler, den Vortragenden und den Gästen schlossen sich nach dem offiziellen Teil des Abends und weiterer Musik an.
Text und Fotos: Thomas Dietrich
