Stefanie Siering

19.07.-29.09.2025 | Stefanie Siering „Gesang der Vögel“

  • Kunsterlebnis: Ausstellungseröffnung am 18.07.2025
Gesang der Vögel
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STEFANIE SIERING
  • geboren in Berlin
  • 1986 Studium an der freien Kunstschule Ravensburg Schwerpunkt: Illustration und freie Malerei
  • 1988 Heilpädagogische Kurse sowie künstlerische Arbeit mit Kindern in USA
  • 1990 Studium an der Fachhochschule für Kunsttherapie Nürtingen
  • 1992 Mitglied im Berufsverband bildender Künstler
  • 1995 Arbeit als Kunsttherapeutin in Berlin
  • 1997 freie Künstlerin im Raum Ulm
  • 2003 Galerie WERKSTATT Rabengasse Ulm
  • 2009 zweiRAUMgalerie Breite Gasse Ulm
  • 2017 galerie RAUM 3 Holzstr. München
  • 2020 zweiRAUMgalerie Breite Gasse Ulm

viele Ausstellungen, öffentliche und private Ankäufe im In- und Ausland, Ausstellungsbeteiligungen, ein Kunst-am-Bau-Projekt und vier Kunstpreise, ein kurzer Fernsehauftritt bei SWR-Kultur
zahlreiche Firmen- und Praxis-Gestaltungen im Ulmer Raum und jede Menge Spaß an der Arbeit!

Ausstellungseröffnung am 18.07.2025
Detail
Bildrechte Dietrich

Gesang der Vögel

Seit ein paar Tagen hängt eine neue Installation in der Petruskirche „Gesang der Vögel“ von Stefanie Siering.

Einhundert blaue Tauben schweben auf Stoff aufgeklebt im Raum hinter dem Altar der Petruskirche. Davor hängen an durchsichtigen Fäden einhundert Worte, die in einhundert verschiedenen Sprachen „Frieden“ bedeuten.

Gesang der Vögel

Eröffnet wurde die Vernissage am 18. Juli 2025 mit dem 1. Satz aus Suite Nr. II d-Moll, BWV 1008, für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach. Vorgetragen wurde dieses wunderbare Stück von Ernst Clauder, der die fünf Schlussakkorde für sich in die vorherige Sechzehntelbewegung aufgelöst hatte.

Pfarrer Jean-Pierre Barraud unterhielt sich mit der Künstlerin Stefanie Siering über ihre Arbeit und deren Entstehung. Sie hatte viele Tauben fotografiert und dann mittels Cyanotypie bearbeitet. Mit diesem Mitte des 19. Jahrhunderts erfundenen Verfahren entstehen Eisenblaudrucke genannte Fotoabzüge.

Gesang der Vögel
Bildrechte Dietrich

Gespräch mit der Künstlerin

Diese befestigte sie auf den drei weißen Stoffbahnen und numerierte sie durch. Ebensolches tat sie mit den goldenen Worten davor, so dass nun jeder Taube das Wort „Frieden“ in einer anderen Sprache zugeordnet ist.

Eine Tonaufnahme mit den einhundert Frieden-Worten in gesprochener Version machte aus Wort, Bildern und Bewegung eine einzigartige Installation, deren Klang Cellist Clauder in seinem nächsten Vortrag improvisierend aufnahm.

An der Rückwand hängen noch sechs weitere Werke, die sich auf verschiedene Art und Weise mit dem Wort „Frieden“ auseinandersetzen.

Ernst Clauder am Cello
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Zum Abschluss las Pfarrer Barraud noch einen weiteren Text vor aus dem Buch „Sprechen über Gott“ von Byung Chul Han, einer Auseinandersetzung des Philosophen mit den Texten der französischen Autorin Simone Weil, die wie für diese Ausstellung geschrieben schienen.

Mit der bekannten Gigue aus der Suite Nr. I G-Dur, BWV 1007, endete die Vernissage, bevor es lange und intensive Gespräche der Anwesenden mit Künstlerin und Künstler über das Gesehene und Gehörte gab. Gegen Ende improvisierte Clauder noch über das Auftrittslied der Carmen aus der gleichnamigen Oper von Georges Bizet, ohne bewusst an die Anfangszeile gedacht zu haben: „L′amour est un oiseau rebelle“. – Und so schloss sich der Kreis dieses inspirierenden Abends.